Es wird an der Uhr gedreht – Über die Sommer- und die Winterzeit.

Es wird an der Uhr gedreht – Über die Sommer- und die Winterzeit.

Das bedeutet, dass die Uhren in der Nacht von kommenden Samstag auf Sonntag umgestellt werden und wie jedes Jahr stellt sich die Frage: vor oder zurück? Welchen Sinn hat die Zeitumstellung überhaupt und seit wann gibt es sie in Deutschland?

Die Geschichte der Zeitumstellung:

Die Idee der Zeitumstellung geht auf den Neuseeländer George Verson Hudson und den Engländer William Willett zurück. Die beiden Männer stellten unabhängig voneinander ein Konzept vor, die kürzere helle Tagesphase im Winter effektiver zu nutzen. Allerdings wurden sowohl Hudsons Pläne von 1895 als auch Willetts Idee der Zeitumstellung von 1906 zunächst nicht beachtet. Doch 1916 wurde die Sommerzeit letztendlich zum ersten Mal in Deutschland und kurz darauf auch in England eingeführt. In Deutschland konnte sich die Abgrenzung zwischen Sommer- und Winterzeit nur während des Ersten Weltkriegs halten und wurde nach 1918 wieder eingestellt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Umstellung auf die Sommerzeit im April 1940 wieder eingeführt und sollte eigentlich im Oktober des gleichen Jahres wieder enden. Ende September wurde allerdings eine Verordnung belassen, welche die Umstellung auf die Winterzeit – auch „Normalzeit“ genannt – außer Kraft setzte. Das führte dazu, dass es in Deutschland zwischen 1940 und 1942 nur die Sommerzeit gab. Zwischen 1943 und 1945 wurden dagegen sogenannte „Verordnungen zur Einführung der Normalzeit“ erlassen, sodass in diesen Jahren sowohl eine Sommer- als auch eine Winterzeit gab.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Zeitumstellung von den Besetzungsmächten festgelegt. Während die Alliierten eine normale mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) für ihre Gebiete veranschlagten, wurde in Ostdeutschland und Berlin die mitteleuropäische Hochsommerzeit (MEHSZ) eingeführt. Diese betrug eine Stunde mehr und wurde auch häufig als „Doppelte Sommerzeit“ bezeichnet. Durch die MEHSZ sollte Ostdeutschland an die Moskauer Zeit angeglichen werden, die der deutschen Zeit eine Stunde voraus war.

Da durch die zwei unterschiedlichen Zeitregelungen häufig Verwirrungen auftraten, wurde 1947 die MEHSZ probehalber für ganz Deutschland eingeführt, aber schließlich verworfen und die MESZ durchgesetzt. Als 1950 dann ganz offiziell die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsch-Demokratische Republik gegründet wurden, endete die Zeitumstellung in Deutschland und gab lediglich die Normalzeit. Erst 1950 entschieden sowohl die BRD als auch die DDR, die Zeitumstellung wieder einzuführen. 1996 wurde schließlich festgelegt, dass die Umstellung immer am letzten Sonntag im März (auf Sommerzeit) und den letzten Sonntag im Oktober (auf Winterzeit) stattfinden soll.

Sinn der Zeitumstellung:

Über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung wird seit Jahren gestritten. Ursprünglich soll die Zeitumstellung aus zwei Gründen eingeführt worden sein: zum einen wollte man im Winter durch die Umstellung die Tageslicht-Zeit um eine Stunde verlängern, sodass Menschen nicht allzu lange in der dunklen Nachtzeit wach sein mussten. Zum anderen sollte durch die Umstellung der Uhren erheblich Energie eingespart werden. Straßenbeleuchtungen müssten nicht so früh an und wieder aus gemacht werden, Heizung würden später angestellt und auch die Beleuchtungen in den Häusern würden eine Stunde weniger genutzt. Mittlerweile weiß man allerdings, dass die tatsächliche Energieeinsparung nahezu bei 0 liegt. Außerdem ist die Zeitumstellung sowohl ein logistischer Aufwand als auch eine psychologische Belastung, weshalb die Zeitumstellung oft als überflüssig bezeichnet wird.

 

Wie umstellen?

Wer sich nicht merken kann, wie die Uhr umstellt wird, für den gibt es eine ganz einfache Möglichkeit, sich den Umstellungsplan zu merken:

Im Sommer wird die Uhr vor gestellt („o“ und „r“ sind sowohl in den Worten „Sommer“ als auch „vor“ zu finden), im Winter wieder zurück („w“, „i“, „e“ und „r“ aus „Winter“ sind im „wieder“ drin).
Die Engländer merken sich die Zeitumstellung dagegen mit:

„Spring forward, Fall back“

Dabei handelt es sich um ein Wortspiel. Der eigentliche Satz heißt übersetzt: „Spring vor, kehr zurück“. „Spring“ und „Fall“ bezeichnen aber gleichzeitig die Jahreszeiten Frühling und Herbst. Mit solchen kleinen Eselsbrücken lässt sich leicht merken, wie man die Uhr richtig von Sommer- auf Winterzeit und umgekehrt drehen muss.

Kai Klein
Über Kai Klein 44 Artikel
Absoluter Weihnachtsfan und Weihnachtsliebhaber, auch wenn 2020 absolut Mist war.